Von Herzen bin ich Gott dankbar, dass auch ich an der Lagerversammlung in Blaubeuren teilnehmen durfte. Es war in verschiedener Hinsicht eine ganz besondere Zeit. Das Größte war, dass Gott selbst sich in dieser Zeit zu uns geneigt und sich unter seinen Kindern offenbart hat. Er hat sein Wort gegeben, hat es durch seinen Geist belebt und verständlich gemacht, und anhand vieler praktischer Bilder konnten wir die biblischen Wahrheiten in unser persönliches Leben transferieren und ein Stück besser lernen, den Willen Gottes im alltäglich Leben umzusetzen. Nach Abschluss dieser schönen Zeit bewegt mich dieses Verlangen, den empfangen Schatz zu bewahren und fleißig anzuwenden, damit Gott in meinem Leben auch die Frucht findet, die er doch an uns, seinen Kindern, sucht.

Aber ‘besonders’ war die Zeit auch im Hinblick auf die gesegnete Gemeinschaft, die wir in dieser Woche mit den vielen lieben Geschwistern haben durften. Nichts hat gedrängt, alle hatten Zeit, niemand brauchte in der Küche arbeiten, so dass wirklich alle Teilnehmer frei vom Druck der Arbeit und Pflichten, sich einander zuwenden konnten. War man bei den Mahlzeiten ins Gespräch gekommen, konnte man auch da in Ruhe sitzen bleiben und Unterhaltungen pflegen. Es war auch eine sehr gute Gelegenheit, sich mit Geschwistern bekannt zu machen, die man vorher nur vom Sehen oder noch gar nicht kannte. Und ich kann sagen, dass es eigentlich immer wieder erbauliche, gesegnete Gespräche waren, weil doch eigentlich jeder von dem Verlangen nach Gott und innerem, geistlichem Wachstum beseelt war.

Für mich persönlich war es wirklich eine Zeit der Erquickung und Belebung für meine Seele, und dafür möchte ich Gott von Herzen danken und ihm allein die Ehre geben. Der Gedanke, den ich so als den größten für mich persönlich mitnehmen durfte, war das Geschenk der Gnade Gottes. Wir brauchen diese Gnade ja unbedingt und beständig in den Belastungen des Lebens; durch unsern Heiland Jesus Christus ist uns diese Gnade ja auch geschenkt, so steht es ja in der Schrift, aber wir versäumen es allzu oft, diesen vorhandenen Reichtum und die damit verbundene Kraft in unseren Kämpfen und Schwierigkeiten einfach von Gott zu nehmen. Ich habe für mich selbst festgestellt, dass ich mich noch viel zu oft in eigener Kraft abmühe, wo doch die göttliche Fülle da ist. Natürlich war das eigentlich nicht ein wirklich neuer Gedanke für mich, aber Gott hat dies Wort durch die Predigt so hell leuchten lassen, dass es für mich irgendwie greifbarer wurde. Br. Adler brachte in dieser Ansprache viele praktische Bilder aus dem Leben, die unmissverständlich zeigten, dass wir uns in unserem geistlichen Leben unnötig abmühen und es uns selbst schwer machen, wenn wir diese angebotene und vorhandene Gnade Gottes nicht nutzen, um die Kraft von Gott zu nehmen, die Gott für uns bereit hält. Wir sind so reich in Gott, dem Herrn sei Dank dafür!

In den ersten Tagen nach der Lagerversammlung hat Gott mir auch gleich Gelegenheit gegeben, das Gehörte anzuwenden. Am Donnerstag war das Thema die göttliche Heilung. Br. Igel zeigte den Weg auf, wie wir auch dieses Vorrecht für uns in Anspruch nehmen können. Der Bruder bezeugte es auch anhand einer persönlichen Erfahrung, wie Gott eingegriffen und ihn geheilt, als er alle medizinische Hilfe losgelassen hat. Wir haben als Kinder Gottes ja viele Erlebnisse gemacht, wie wir uns in ärztliche Behandlung begeben, vielleicht auch einer Operation unterzogen haben, und wir haben Gott um seinen Segen für die Hände der Ärzte gebeten, weil uns bewusst war, dass das Gelingen ganz von der Gnade und dem Segen Gottes abhängig ist. Und wie dankbar bezeugen wir hinterher, wenn alles über Erwarten gut verläuft und wir erkennen können, dass Gott die Gebete erhört hat. Aber wenn wir erleben, dass Gott heilt, ohne dass wir etwas anderes hinzugefügt haben, dann stehen diese Erlebnisse in unserem Leben als besonders leuchtende Sterne, die uns in die dunkelsten Zeiten unseres Lebens Licht bringen.

In den ersten Tagen, die wir in Blaubeuren waren, habe ich mir eine Blasenentzündung zugezogen. Es war unangenehm, die Schmerzen wurden auch im Laufe der Woche stärker, aber als die Gelegenheit gegeben wurde, sich salben zu lassen, bin ich nicht gegangen; ich dachte, dass das ja nur eine Kleinigkeit ist, zumal ich eigentlich mit solchen Infektionen keine Last habe. Von anderen weiß ich aber, dass Blaseninfekte häufig lang anhaltend und schwer los zu werden sind. Ich hatte mir Cranberry-Kapseln besorgt, die ich jeden Tag einnahm.

Als wir wieder zu Hause waren, fand bei unseren Kindern eine kleine Feier statt, die draußen in einem Zelt gefeiert wurde. Es war ein ziemlich nasskalter Tag, und als ich zum Abend wieder nach Hause kam, bekam ich von der Unterkühlung richtig starke Schmerzen, im Urin war sogar schon Blut. Ich legte für längere Zeit eine Wärmflasche auf, die aber nur etwas die Schmerzen erleichterte. Weil es gerade am Wochenende war, rief ich bei der Notdienst-Apotheke an, in der Hoffnung ein pflanzliches Pulver zu bekommen, von dem ich gehört hatte, dass es gut helfen solle. Ich schilderte der Apothekerin meinen Fall, und da gab sie mir zur Antwort: “Sparen Sie sich das Geld, das Pulver hilft Ihnen nicht. Wenn schon Blut dabei ist, müssen Sie zum Arzt, da hilft nur ein Antibiotikum.” Ich wandte dann ein, dass ich erst kürzlich wegen einer Kiefer-OP Antibiotikum einnehmen musste, und dass ich wahrscheinlich auch als Folge davon jetzt diese Infektion bekommen habe, aber sie wiederholte nur noch einmal denselben Satz, den sie schon vorher gesagt hatte. Ich bedankte mich und beendete das Gespräch.

Mir standen die verkündigten Wahrheiten der Bibel vor Augen, die wir in den Tagen zuvor so klar gehört hatten, und ich erhob mein Herz zu Gott, dass er mir doch gnädig sein möge. Ich fragte mich auch, was ich mit meinen Cranberry-Kapseln tun sollte. Sollte ich die ganz weglassen? Ich habe eine Weile innerlich verhandelt, mich aber dann entschieden, die Kapseln weg zu lassen und mich auf Gottes Verheißung zu verlassen. Am Abend beteten mein Mann und ich zusammen und wir baten Gott, dass er mir doch helfen und mich heilen möchte. Und zur Ehre Gottes darf ich sagen, dass Gott beinahe augenblicklich eingegriffen hat. Noch an demselben Abend verließen mich die starken Schmerzen und das Bluten hörte auf. Am nächsten Tag fühlte ich vielleicht noch einen leichten Hauch von Unwohlsein in dem Bereich, aber ich wusste: Der gnädige Gott hat mich geheilt. – Ich habe das gar nicht verdient, dass der liebe Gott mir so gnädig war und so plötzlich eingegriffen hat. Inzwischen ist über eine Woche vergangen, und es ist so: die Blasenentzündung ist weg, ich bin gesund. Gott hat mich geheilt! Ihm allein sei die Ehre dafür!

C. Wutke, Gifhorn